Volksmusik kann tatsächlich helfen

Volksmusik kann tatsächlich helfen

drumherum020Genauer müsste ich hier schreiben Musikanten aus der echten Volksmusik können tatsächlich helfen. Das ist kein Phänomen, sondern eine ganz einfache Tatsache. Dazu schauen wir mal ein paar Wochen zurück. Pfingsten 2016. Ein Pfingsten, dass Wettertechnisch eher an einen kalten Herbstanfang erinnert, als an den schönen Frühling, den man um die Jahreszeit erwarten kann. Aber was passiert? Es ist „drumherum“-Zeit. Das heißt, Musikanten aus allen Richtungen ignorieren das Wetter und kommen zu einem der größten Volksmusik Feste zusammen, was es in den hiesigen Breitengraden gehört. Es wird an allen Ecken musiziert, gesungen, getanzt und gefeiert. Da stört fast niemanden, dass es regnet, es saukalt ist, es eigentlich gar kein Wetter zum draußen sein ist. Nein, es wird gefeiert. Denn Volksmusik ist das wärmende Element. Die Musik geht ins Herz und kommt vom Herzen, dass macht richtig warm. Da steckt dann scheinbar der Zauber drin.

drumherum038Das „drumherum“ zaubert alle zwei Jahre. Da wundert sich jeder, der hin kommt, was da alles möglich ist. Es sitzen Musikanten in der Menge der Menschen und spielen auf. Die Zuschauer honorieren mit viel Applaus und mit Spenden in Form von Nahrhaftem. Auch bei einem solchen Sauwetter, wie dieses Jahr. „Geh leck mich“, denken die meisten Musikanten und spielen einfach drauf los. Da brauchst du auch keinen Wetterbericht, denn die Volksmusik regelt das von selbst. Am Samstag kam die Sonne durch und der Tag war dann doch wärmer als gedacht. Hatte da die Wetterfraktion im zuständigen Amt für Wettermacherei doch ein Einsehen? Ganz sicher, denn es blieb weitestgehend trocken.

drumherum006Und die Musik übernahm das Kommando in Regen. Nicht nur die Musik, sondern das Besondere, was das „drumherum“ ausmacht, der Zusammenhalt der Musikanten, der Zuschauer und des fantastischen Teams um Roland Pongratz. Man kann schon von einem „Familientreffen“ der besonderen Art sprechen, was sich da alle zwei Jahre trifft. Da kannst du als Musikant nicht einfach durchgehen, denn überall wird man herzlich gegrüßt und man freut sich auf das Wiedersehen. Es ist ein Fest der Besonderheiten. Es wird alles getan, damit sich jeder wohlfühlt und dass viel geboten wird. Da werden neben der Volksmusik allerlei Workshops, Vorträge, Singstunden und alles mögliche angeboten. So was findest du nur hier. Ein Fest, was etwas möglich macht.

Eben auch Hilfe...

 

drumherum001Das hab ich selbst erfahren. Hautnah und so einfach. Am Freitagabend haben wir mit der Gruppe „De echtn Hoslbecka“ und uns der „Kapelle Schottischer Spessart“ den Abend in der Bärwurz Hüttn zusammen aufgspielt. Weil es da ganz schön dunkel war, haben die Hoslbecka mal eben uns ihre Notenlamperl für den Abend geliehen, denn wir hatten unsere leider im Gasthof vergessen. Einfach so. So was passiert dir auch nur auf einem solchen Fest. Respekt. Jetzt ist das Fest schon eine Zeit vorbei und wir alle sind im Alltag und spielen wieder in unserer Gegend. Jeder für sich aber immer im Gedanken an dieses tolle Fest. Dann kommen vor kurzem die Nachrichten. Unwetter in Niederbayern. Wie vor drei Jahren schon mal. Alle schauen wir die Nachrichten und sind getroffen von diesem Ereignis. „Nicht schon wieder“, haben die gedacht, die es getroffen hat. Schäden in finanziellen Höhen, die richtig weh tun. Menschlich und Materiell geht das bis an die Substanz.

drumherum034Da ich selbst in einem Luxusgebiet wohne, was Hochwasser und Unwetter angeht – denn das kennt hier zum Glück keiner im Spessart – hab ich mich entschlossen, dass wir Musikanten der Volksmusik zusammenhalten müssen. Die Aktion: „Musikanten helfen Musikanten“ wird geboren. Jeder kann jetzt etwas zurückgeben, was wir alle auch beim „drumherum“ bekommen haben. Das Gefühl, dass niemand von uns alleine ist, solange die Volksmusik uns miteinander so eng verbindet. Auch das ist der Geist von solchen Festivals. Dass wir Miteinander viel schönes erleben dürfen und wenn´s mal was zum Helfen gibt, dann machen wir das. Ohne großen Aufwand. Einfach so. Helfen.

Deshalb heute hier mein Aufruf, die Aktion mit zu unterstützen. Gerne könnt ihr mit mir direkt über projekt@kontrabrass.de oder über die Website in Kontakt treten. Lassen wir das „drumherum-feeling“ weiter leben und helfen wir den Menschen, die grad nix zum feiern haben. Und wenn was gscheits zusammen kommt, dann komm ich persönlich mit meiner Gruppe nach Niederbayern und übergeb das gesammelte Geld höchstpersönlich. Ich dank Euch allen jetzt schon herzlich.

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Joschi von Sárközy

Joschi von Sárközy

Musiker, Musikanthropologe und Autor bei kontrabrass! die kulturkammer.
In Wien im Privatstudium klassische Trompete mit ganz viel Klang erlernt...ein hartes Stück Arbeit.
Danach aufgrund von gesundheitlichen Problemen Umstieg ins tiefe Blech (Bariton und Tuba) und in die Medizin. Weiterbildung zum Musikanthropologen, um die Essenz der Musik, den Klang im Zusammenhang mit dem Gehirn besser zu verstehen.
Autor von zahlreichen Fachartikeln und einigen Büchern im Bereich Musik und Forschung.
Beschäftigt sich seit über zwanzig Jahren mit dem Thema: "Klang in der Musik/Volksmusik und im Instrumentalspiel" sowie den Auswirkungen auf unser Gehirn und dem gesamten Körper.
Er hält Seminare und Workshops in denen es um den Klang, das leichte Spiel und Gehirntraining zum leichteren Lernen (auch von Musikstücken) für Blasmusiker geht. Solche Seminare sind im europäischen Raum die einzigen die für jeden in der Blasmusik und Volksmusik angeboten werden.
Joschi von Sárközy
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